Infos zur ehemaligen "Badewitzbrücke"

Aufgestellt am 2. Juni 2006 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Teltowkanals


Diese Brücke wurde in den Jahren 1904 bis 1906 im Zuge des Teltowkanalbaus errichtet. Sie verfügte neben Fahrbahn und Gehweg über ein Schienengleis mit einer Spurweite von einem Meter, denn südwestlich der Brücke befand sich eine Wartungs- und Unterstellhalle für die Treidel-Lokomotiven, mit denen auf dem Teltowkanal die Schiffe bewegt wurden. Von dort aus überquerten die Zugmaschinen die Brücke, um in nordwestlicher Richtung zum Machnower See hinunterzufahren, und dann mit den Kähnen in östlicher Richtung am Nordufer zu treideln – und umgekehrt.


31 der 55 Brücken des Teltowkanals erhielten zu Ehren der damals maßgeblich am Bau beteiligten Personen deren Namen verliehen. Diese Brücke erhielt den Namen „Badewitz“, doch um wen handelt es sich dabei?


Dr. jur. Gottfried von Badewitz (1866-1944) war von 1900 an einer der bedeutendsten Köpfe der für den Kanalbau verantwortlichen Menschen. Er war vor allem mit den Geländekäufen, den Finanzen und den Rechtsvorschriften befasst. Ab 1901 als einer der stellvertretenden Landräte tätig, konnte er durch seine zuvor erworbenen Kenntnisse in der Verwaltungsarbeit im Kreis Teltow mit viel Umsicht, Geschick und hohem Sachverstand helfen, den Bau des Kanals zu vollenden. Badewitz war Amtsvorsteher in Ziethen, Kreis Zossen, seinem damaligen Wohnort, und zudem Mitglied in mehreren Kommissionen, die er zum Teil auch leitete.


zerstörte Badewitzbrücke


1914 wurde ihm wegen seiner großen Verdienste im Kreis Teltow vom Kaiser der erbliche Adelstitel verliehen (auf Antrag).


Während der Kampfhandlungen Ende April 1945 wurde die „Badewitzbrücke“ von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Bis 1950 nutzten Fußgänger die angebrachten Holzstufen zum Erreichen des anderen Ufers. Die dann östlich daneben verlaufende Notbrücke diente bis 1977 dem Fußgänger- und Radfahrerverkehr.


Auf den Grundpfeilern der „Badewitzbrücke“ wurde nun eine Stahlbrücke von fünf Metern Breite errichtet, die bis zum November 1994 ihren Dienst versah. Zusätzlich konnten nun auch Motorradfahrer die Brücke nutzen.


Im Mai 1950 beschlossen die Kleinmachnower Gemeindevertreter, dass die „Badewitzbrücke“ fortan an den Namen „Friedensbrücke“ tragen solle.


Der jetzt vorhandene Neubau der „Friedensbrücke“ (Behelfsbrücke) genügt durch seine Tragfähigkeit von 60 Tonnen auch den heutigen Verkehrsbedingungen. Sie wurde am 3. Dezember 1994 dem Verkehr übergeben.


Das hier ausgestellte Geländerteil - eines von ehemals 58 im Jugendstil gestalteten Segmenten – wurde von dem Kleinmachnower Siegfried Saupe „sichergestellt“ und lagerte über Jahrzehnte in seinem Garten am Zehlendorfer Damm bis es im Jahr 2006 von der Kleinmachnower Firma Dietrich Lenz in mühevoller Handarbeit restauriert wurde. Das Stahlvierkantmaterial hat die Maße 30 x 25 Millimeter. Jedes Feld war 1,35 Meter breit und mit Handlauf 1,10 Meter hoch.



Quelle (Text und Fotos):
Heimatverein Kleinmachnow e.V.
Gemeinde Kleinmachnow


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