100 Jahre Teltowkanal

100 Jahre katholischer Glauben in der Region

Sanctissima Eucharistia
Katholische Gemeinde für die „Kanalregion“



Mit dem Bau des Teltowkanals war auch für die katholische Kirche in der Region ein neuer Anfang verbunden. Seit der Reformation in Brandenburg, 1539 unter Kurfürst Joachim II., lebten hier nur noch vereinzelt Katholiken. Mit dem Bau des Kanals änderte sich dies. Viele Arbeiter kamen aus katholischen Regionen des Deutschen Reiches, vor allem aus Schlesien, und anderen Gebieten Europas. Anfänglich noch von der Gemeinde „heilige Familie“ in Lichterfelde betreut, gründete sich 1905 der Katholische Arbeiterverein, Katholiken siedelten sich in der Region an, mit der Zeit wuchs ihre Zahl. Bis zur Fertigstellung der ersten Notkirche gingen jedoch noch einige Jahre ins Land.


Aus der Gemeindechronik (nach 1920):

Nach der Einführung der Reformation in der Mitte des 16. Jahrhunderst erlosch der Katholizismus in Teltow. Ein neues Aufblühen des Katholizismus in Teltow (nach ca. 350 jähriger Unterbrechung) begann anläßlich des Baues des Teltower Kanales an der Wende des 19. Jahrhunderts. Katholische Arbeiter kamen aus Oberschlesien zum Kanalbau nach Teltow und siedelten sich am Striewitzweg an. So entstand nach 350- jähriger Unterbrechung eine neue katholische Gemeinde. Sie erhielt ihre erste Organisation in dem im Jahre 1905 gegründeten Arbeiterverein; dieser zählte schon im darauffolgenden Jahre 20 Mitglieder. Im ersten Vereinsjahr war Präses: Herr Kaplan Wittig aus Lichterfelde, auf ihn folgte Herr Kaplan Dr. Piontek, Lichterfelde. Am 1. Mai 1910 erhielt der Verein die Fahne, die noch heute das Ehrenzeichen des Vereins ist. Pfarrlich gehörten die Teltower Katholiken und mit ihnen die aus Ruhlsdorf, Stahnsdorf und Kleinmachnow zur Lichterfelder Kirche "hl. Familie". Deren Pfarrer, Herr Max Beyer, nahm sich der Teltower Schäflein, gerade weil sie so weit von der Kirche entfernt wohnten, liebevoll an. Er richtete in der Teltower Stadtschule für kath. Kinder Religionsunterricht ein, bereitete selbst die Teltower Kinder auf die 1. hl. Kommunion und die Firmung vor und unterstützte durch die Vinzenzkonferenz die Armen.
Im Jahre 1916 erwarb Herr Pfarrer Beyer ein 1 ha, 15 a und 86 qm großes Grundstück an der Ruhlsdorferstraße in Teltow für 31.700,-- Mark. Auf diesem Grundstück wurde nach der Beendigung des Weltkrieges (1914-1918) im Jahre 1920 eine ehemalige Militärbaracke aus Würzburg errichtet. (Die Erwerbs- und Baukosten betrugen ca. 100.000 Papiermark). Der Universitätsprofessor, Herr Dr. Ruhland, früher Pfarrer an der Kadettenanstalt in Lichterfelde vermittelte den Erwerb der Baracke. Durch Herrn Architekten Bauer, Zehlendorf wurde die Baracke als Notkirche aufgestellt. Am 3. Oktober 1920 wurde die Notkirche von Herrn Pfarrer Beyer benefiziert und es fand unter großer Beteiligung der Teltower und Lichterfelder Katholiken das erste hl. Messopfer statt. Von der Stadt war der Bürgermeister Herr Oberreich anwesend. Jesus Christus, der eucharistische Gott-König, hatte wiederum seinen Einzug in Teltow gehalten.


Seit der Gemeindefusion im Jahre 2003 gehören die Katholiken der „Kanalregion“ in Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow, sowie Großbeeren, zur Gemeinde Sanctissima Eucharistia, mit den Kirchen St. Thomas Morus in Kleinmachnow und Ss. Eucharistia in Teltow.


1905  Gründung des katholischen Arbeitervereins 
1916  Erwerb des Pfarrgrundstücks in der Ruhlsdorfer Straße 
1920  Benedizierung der Notkirche und erstes Messopfer
Erster Kaplan für Teltow, Otto Hoffmann (später Pfarrer) 
1926/27  Mission durch Franziskanerpater Johannes aus Berlin-Pankow 
1927/28  Bau des Pfarrhauses in Teltow 
1930  Erwerb der Grundstücke zum Bau der Brenninkmeyersiedlung für kinderreiche katholische Familien 
1935  Kaplan Karl Moritz wird Lokalkaplan für Kleinmachnow und Stahnsdorf
Erste Messe für Kleinmachnow und Stahnsdorf im Kleinmachnower Schleusenrestaurant (nach Verbot durch Ministerpräsident Göring in der
evangelischen Kleinmachnower Dorfkirche) 
1938  Teltow wird selbständige Kuratie, sie umfasst das Gebiet der Stadt
Teltow, die Landgemeinden Stahnsdorf, Kleinmachnow und Ruhlsdorf 
1942  1. Gottesdienst in Großbeerener Friedhofskapelle, von Teltow betreut 
1939/45  2. Weltkrieg
Gottesdienste für Holländer und Polen
schwere Beschädigung der Notkirche durch Luftminen, zwischenzeitlich
Beschlagnahme von Kirche und Pfarrhaus durch Besatzungstruppen 
1946  Eröffnung der katholischen Kindergärten in Kleinmachnow und
Stahnsdorf (bis 1977) 
1948  Stahnsdorf erhält einen eigenen Geistlichen, Pfarrer Johannes Aßmann 
1948  Einweihung der Notkirche „St. Thomas Morus“ in Kleinmachnow 
1957  Das neue Gotteshaus in Teltow wird durch Kardinal Dr. Julius Döpfner konsekriert. Die Kirche erhält als Patronatsnamen: Sanctissima Eucharistia 
1959  Teltow wird eigenständige Pfarrei 
1960  Kleinmachnow wird eigenständige Pfarrei, Stahnsdorf wird seelsorglich selbständige Kuratie 
1975  Bau der Kirche „Mariä Verkündigung“ in Stahnsdorf, unter schwierigsten Bedingungen (bis 2005) 
1992  Weihe der neuen Kirche in Kleinmachnow 
1998  Ein Pfarrer wird für beide Gemeinden, St. Thomas Morus, Kleinmachnow und Sanctissima Eucharistia, Teltow, ernannt.  
2003  Gemeindefusion zur neuen Großgemeinde 

mehr Informationen über Sanctissima Eucharistia - Katholische Gemeinde für die „Kanalregion“


Quelle:

Herausgeber: Pfarrgemeinderat der Katholischen Pfarrgemeinde Sanctissima Eucharistia, V.i.S.d.P.: Ronny Bereczki
2. Auflage


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