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Grundschule an der Bäke

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Nach 100 Jahren – auf den Spuren der Bäke. Klasse 6 a der Grundschule an der Bäke in Berlin-Steglitz unter Leitung der Klassenlehrerin, Frau Franke.



Eine Bootsfahrt, die ist lustig ...

Video: Auf den Spuren der Bäke (DSL) - ©dudoni.

Ein wesentlicher Abschnitt des Teltowkanals rd. 18,5 km von insgesamt 37,8 km wurden im ehemaligen Bäketal errichtet. Die Bäke entsprang am Fichtenberg in Berlin-Steglitz und floss zum Teil stark mäandrierend zur Glienicker Lake, einer Havelausbuchtung in Babelsberg/Glienicke. Die Bäke war ebenso wie z.B. die Grunewaldseenrinne eine eiszeitliche Nebenrinne der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Havelrinne. Typisch für diese eiszeitlichen Einschnitte waren Seen und seenartiger Erweiterungen im Verlauf. Die Bäke durchfloss den Erlenpfuhl in Lichterfelde, den Teltower See , den Schönower See und den Griebnitzsee. Der Machnower See dagegen lag abseits des Bäketales in einer Bergsenke.

Der Teltower und der Schönower See wurden im Zuge des Kanalausbaues zugeschüttet, während der außerhalb gelegene Machnower See ein Teil des neuen Kanals wurde.

Der Kanal folgte der Linie des Bäketales, jedoch wurde er in geradliniger Form, die zahlreichen Mäander durchschneidend, gebaut. Ständig wechselnder Baugrund, geprägt durch die Faulschlammablagerungen der Bäke und die von den Mäandern umflossenen Sandhügeln machten nicht nur beim Bau vor 100 Jahren, sondern auch beim jüngsten Ausbau mit Spundwänden große Schwierigkeiten. Da der Teltowkanal nicht immer den Mäandern der Bäke folgte, war zu vermuten, dass heute noch nach 100 Jahren Reste der Bäkelandschaft gefunden werden könnten. Außerhalb der Kanalbaustrecke lagen die ersten zwei Kilometer der aus nördlicher Richtung vom Fichteberg kommenden Bäke. So ist auch hier der erste Abschnitt, in dem man die Bäke noch finden kann. Traurig fließt sie, in ein Betonschalenbett gezwungen und zum Teil verrohrt, durch eine landschaftlich ansprechende Parkanlage, den Bäkepark.

An der Straße „Am Bäkequell“ wurde ersatzweise oberhalb der Verrohrung eine Mulde mit Findlingen angelegt, die eher an einen Wildbach als an einen Flachlandfluss erinnert.
Die ehemalige spreewaldartige Landschaft im hinteren Schloßpark ist ebenso wie der Erlenpfuhl im Kanal aufgegangen. Lediglich eine wild-romantische Senke am Schloßpark erinnert noch an einen Teil der Bäkemäander.

Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums der Teltowkanaleröffnung machte sich die Klasse 6 a der Grundschule an der Bäke in Berlin-Steglitz unter Leitung der Klassenlehrerin, Frau Franke, auf die Suche nach weiteren Resten der Bäke. Mit freundlicher Unterstützung des Wasser- und Schiffahrtsamtes Berlin und tatkräftiger Hilfe der Mannschaft der „Müggelsee“ erfolgte die Suchfahrt auf dem Teltowkanal. Gezielte Landausflüge an ausgesuchten Stellen dienten der Auffindung von Bäkeresten im Hinterland.

Nach Stadtplanstudien waren Bäke-Relikte außer in Steglitz und im Schloßpark Lichterfelde im Bereich der Eugen-Kleine-Brücke, dem Stichkanal Zehlendorf, in Schönow, in Stahnsdorf und in Glienicke zu vermuten. Bei zwei Tagesausflügen wurden die entsprechenden Stellen aufgesucht und dokumentiert.
Im Bereich der Eugen-Kleine Brücke erinnert lediglich eine Senke beiserseits in den Kleingarten-Kolonien an den ehemaligen Bäkeverlauf, der hier vom Teltowkanal zerschnitten wurde. Vom Teltower See ist nur der Zehlendorfer Stichkanal als Gewässer übrig geblieben. Ehemals als Stichkanal mit Hafen angelegt, ist dieses Nebengewässer heute ein wertvoller Landschaftsteil, in dem u.a. immer wieder der Eisvogel zu beobachten ist. Der Schönower See markiert sich nur noch durch eine breitere Stelle des Kanals und die Schönower Wiesen. Am eindruckvollsten zeigt sich die Bäke fast noch wie vor 100 Jahren in Stahnsdorf /Klein-Machnow während in Glienicke lediglich eine wassergefüllter Graben den Rest der Bäke vor der Mündung in die Glienicker Lake darstellt.
Die Ergebnisse der Excursion finden ihren Niederschlag in einer Ausstellung zum 100jährigen Jubiläum des Teltowkanals in der Grundschule an der Bäke in Lichterfelde; die vom 26. April bis 06. Juni 2006 im Vorfeld der Feierlichkeiten stattfindet.

Es bleibt zu hoffen, das Schüler oder Schülerinnen durch diese Spurensuche angeregt wurden, sich verstärkt der Stadt- und Heimatgeschichte zu widmen und vielleicht Freude daran finden könnten, sich in den zahlreichen Heimatvereinen aktiv zu beteiligen.

Peter Neugebauer ( WSD – Ost )

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