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Wolfgang Blasig

Grußwort des Kleinmachnower Bürgermeisters
anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des
Teltowkanals am 2. Juni 2006

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und Besucher,

am 2. Juni jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem der Teltowkanal eröffnet wurde. Dies war ein Tag, mit dem sich viele Erwartungen für die Region verbanden. Als schnelle Wasserstraßenverbindung zwischen Havel und Spree sollte der Kanal für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen und als leistungsstarker Vorfluter die Abwasserentsorgung in der versumpften Bäkeniederung endlich regulieren. Die Kommunen des Kreises Teltow zogen damals an einem Strang, und die Erwartungen wurden erfüllt.
Der wirtschaftliche Aufschwung kam tatsächlich. Zahlreiche Unternehmen siedelten sich nach dem Bau des Teltowkanals hier an, und die stabile Entwicklung der Region setzt sich bis heute fort. Große Firmennamen prägen mittlerweile die hiesigen Gewerbegebiete, nennen wir nur Ebay im Europarc Kleinmachnow, O2 im Techno Terrain Teltow oder die Deutsche Post AG im Gewerbegebiet Stahnsdorf. Diese und viele weitere große und kleine Firmen zeugen davon, dass das Kalkül der Erbauer des Teltowkanals aufgegangen ist.
Außer durch den wirtschaftlichen Aufschwung profitierte Kleinmachnow noch auf andere Art vom Teltowkanal. Um den Höhenunterschied von rund drei Metern zwischen Havel und Spree auszugleichen, war vor 100 Jahren auch der Bau einer großen Schleuse erforderlich, und diese entstand in Kleinmachnow. Als technisches Meisterwerk gepriesen, entwickelte sich das auch architektonisch eindrucksvolle Bauwerk schnell zum Tourismusmagneten.
Mit Dampfern und Straßenbahnen kamen die Menschen in Scharen, um zu schauen und zu staunen. Sie entdeckten den neuen Kanal als Naherholungsgebiet und das Dorf Kleinmachnow als idyllischen Wohnort zunächst für gut betuchte Berliner, später auch für „Normalverdiener“, die dem Moloch Berlin entfliehen wollten. Kleinmachnow wuchs und wuchs, lockte Intellektuelle und Industrielle, Künstler und Kinohelden, Banker und Beamte.
Auch heute locken Kanal und Schleuse wieder viele Besucher in die Region. Sein großer Wert als Naherholungsgebiet wurde erkannt, und nun ist es unser Ziel, die Teltowkanalaue als Regionalpark zu erschließen. Um diese wichtige, Identität stiftende Aufgabe zu bewältigen, ist erneut die kommunale Zusammenarbeit gefordert. Gemeinsam unterstützen Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf die Interessengemeinschaft Teltowkanalaue, um einen durchgehenden Grünzug für Naherholung, Freizeit und Wassersport zu schaffen, der auch Verbindungen schafft zu nahe gelegenen touristischen Zielen, wie die Altstadt von Teltow, das alte Dorf und den Seeberg in Kleinmachnow und den Stahnsdorfer Südwestkirchhof.

Einen Blick darauf können Sie aber auch jetzt schon darauf werfen, wenn Sie uns zur Jubiläumsfeier am 2. Juni rund um die Kleinmachnower Schleuse besuchen.

Wir freuen uns auf Sie!

Wolfgang Blasig
Bürgermeister der Gemeinde Kleinmachnow

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