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100 Jahre Teltowkanal: Wasserstraße mit Zukunft

„Rund ein Drittel mehr Tonnage wurde im Jahr 2005 gegenüber 2004 an der Schleuse Kleinmachnow gezählt. Das zeigt, der Teltowkanal hat auch nach 100 Jahren noch seine Bedeutung für den Güterverkehr“, meint Gerhard Ostwald, Geschäftsführer des Verbandes Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e. V., anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Wasserstraße im Süden von Berlin, das am 02.06.2006 gefeiert wird. Es ist allerdings eine Steigerung auf niedrigem Niveau. „Nicht ganz 1 Million Ladungstonnen wurden 2005 erreicht. Immerhin fahren pro Arbeitstag 11 Schiffe auf der Wasserstraße.“ In den 100 Jahren seines Bestehens wurde der Teltowkanal von den politischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts voll erwischt. Als Grenzgewässer nach 1961 für den Durchgangsverkehr gesperrt, im Westteil des geteilten Berlins nur eingeschränkt nutzbar, der östliche Teil des Kanals wegen vergifteter Schlammsände noch bis ins Jahr 2000 für die Schifffahrt gesperrt, all das hat weniger zur wirtschaftlichen Entwicklung entlang des Kanals beigetragen als mit dem Bau erhofft. Trotz allem sind in den langen Jahren des Bestehens mehrere Häfen und Umschlaganlagen entstanden. Die Tankläger in Lankwitz und Neukölln werden bis heute von der Wasserseite aus beliefert. Gerade in Neukölln sind immer wieder wasserumschlagorientierte Unternehmen am Kanal entstanden, leider aber auch teilweise wieder verschwunden. Immerhin wird auch das Biomasse-Kraftwerk in Rudow mit dem Schiff beliefert. „Der Teltowkanal ist eine Wasserstraße mit Zukunft. Er verkürzt für die durchgehende Schifffahrt von West nach Ost den Wasserweg dadurch, dass die Innenstadt Berlins nicht durchfahren werden muss, und er sorgt dafür, dass die Häfen östlich von Berlin in Königs Wusterhausen und Eisenhüttenstadt eine Entwicklungschance haben. Dazu ist wichtig, dass neben dem Erhalt des Teltowkanals für die Ertüchtigung der Spree-Oder-Wasserstraße von Berlin nach Eisenhüttenstadt gesorgt wird. Dringend erforderlich sind die Reparaturen an den Befestigungen der Kanalufer in Tempelhof/Neukölln. Die Reststrecke des Kanals in Treptow muss endlich den Parametern des übrigen Kanals entsprechend wiederhergestellt werden und politisch ist zu klären, was mit der Schleuse Kleinmachnow geschehen soll“, fordert der Verbandsgeschäftsführer.

Quelle:
Pressemeldung 10/06 vom 01.06.2006 des VVL
(Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg e.V.)

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Die Zukunft des Kanals ist ungewiss.