Dr. Jens Klocksin
Dr. Jens Klocksin MdL
Grußwort aus Anlass des 100jährigen Bestehen des Teltowkanals
Manchmal gibt es Jubiläen, die mindestens so intensiv in die Zukunft blicken lassen wie in die Vergangenheit.
Der Bau des Kanals hat auch zur industriellen Entwicklung insbesondere der Stadt Teltow und der damit verbundenen Besiedlung der Region beigetragen. Für die planerische Weitsicht der vor 100 Jahren Verantwortlichen spricht, dass man damals schon den Ringschluss der S-Bahn projektiert hat. Tatsächlich war die sogenannte Friedhofsbahn zwischen Wannsee und Stahnsdorf 1913 fertig gestellt und bis zum Mauerbau 1961 unter Verkehr. Der Anschluss von Teltow Stadt an das Berliner S-Bahn-Netz erfolgte 2005. Und die Forderung nach dem Ringschluss ist weiter aktuell.
Der alte Industriekanal, auf dem schwere Schubverbände Gütertransporte für den Industriestandort Berlin bewegten, gehört lange der Vergangenheit an. Der Industriestandort ist nicht mehr, der Osthafen wird aufgegeben, und auch die zu bewegenen Güter haben sich verändert. Dennoch kann dem Kanal eine Bedeutung für die gewerbliche Schifffahrt zukommen, wenn er denn endlich eine Sanierung erfahren hat. Eine leistungsfähige Wasserstraße für Container und Kohle wird auch in der Zukunft gebraucht werden.
Noch mehr Zukunft wird dem Teltowkanal allerdings aus seiner neuen Funktion als Erholungsgebiet für Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und als touristisches Ziel für Berliner und Potsdamer erwachsen. Elf Landmarken hat die Interessengemeinschaft Teltowkanalaue ausgemacht, die die Wasserstraße durch unsere Region säumen. Ob Teltower Altstadt oder Machnower Schleuse, Seeberg oder Südwestkirchhof: Hier sammelt sich auf kurzer Strecke Herausragendes, welches gepflegt und beworben sein will. Der neue Teltowkanal lädt zum flanieren und verweilen ein. Mit gesicherten Grünflächen, Freizeitangeboten und Ruhezonen. So wird aus dem alten Industriekanal, dem Hinterhof einer Region, deren gemeinsamer Landschaftspark.
Für die Gestaltung der Zukunft sehe ich zwei Aufgaben, die zu förderst gelöst werden wollen.
- Erstens brauchen wir Klarheit über die geplanten Ausbaustandards des Teltowkanals. Das schließt die Entscheidung über die Größe der Schleuse Kleinmachnow ein, die aus meiner Sicht mit 135 Meter völlig ausreichend bemessen wäre. Hier ist der Bund gefordert, endlich klar Position zu beziehen und einen verbindlichen Zeitplan für die Realisierung vorzulegen.
- Zweitens brauchen wir ein Konzept für die Entwicklung der Teltowkanalaue, welches die Grünflächensicherung, das Fuß- und Radwegesystem sowie dessen Verknüpfung mit den elf Landmarken einschließt. Die bereits beschlossene Erstellung eines Konzepts und dessen Umsetzung liegt in der Verantwortung der drei Kommunen.
Ich werde mein Beitrag leisten, um in Zusammenarbeit mit der Landesregierung, den drei Kommunen und der Interessengemeinschaft Teltowkanalaue unser „blaues Band“ zum Wasserpark der Region werden zu lassen. Die Menschen und ihr Kanal sind es allemal Wert!
Dr. Jens Klocksin
Mitglied des Landtags Brandenburg
11. Mai 2006









