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Andrea Wicklein, MdB

Grußwort aus Anlass des 100- jährigen Bestehens des Teltowkanals

Als Babelsbergerin kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, wie unerreichbar der damalige Grenzstreifen entlang des Teltowkanals bis hin zum Griebnitzsee für die Bürgerinnen und Bürger oder für die Besucher schien. Deshalb war ich sofort begeistert, als es erste Ideen zur Aufwertung der Teltower Kanalaue gab. Vieles wurde inzwischen begonnen, anderes dauert vielen zu lange – aber bei allem ist die Teltowkanalaue ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus einem Symbol der Teilung nach und nach ein Ort der Begegnung werden kann.

Vor 100 Jahren begann mit dem Bau des Kanals eine wichtige Lebensader in unserer Region zu wachsen. Die industrielle Entwicklung von Teltow und der umliegenden Gemeinden wurde dadurch maßgeblich beeinflusst. Neben dieser zweifellos sehr bedeutenden Seite der Medaille entwickelte sich andererseits ein beliebtes Ausflugsziel rund um die Schleuse.

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten am 2. Juni 2006. Ein guter Anlass also, auf die wechselvolle Vergangenheit der letzten 100 Jahre des Teltowkanals zurück zu blicken und die Projekte zur Entwicklung eines Naherholungsgebietes zu realisieren. Lassen Sie uns also gerade auch an diesem Tag auf die Zukunft dieser Region schauen.

Im vergangenen Sommer war ich gemeinsam mit Mitstreitern der Lokalen Agenda 21 und Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, um mir ein Bild über die Visionen des Wander- und Radweges entlang des Kanals zu machen. Ein, wie ich finde, sinnvolles Projekt, damit sich die Teltowkanalaue künftig zu einem beliebten Naherholungsziel entwickeln kann. Die landschaftlichen Reize des Uferstreifens locken ja schon heute zahlreiche Besucher aus Berlin und anderswo an. Besonders lohnenswert, um die Attraktivität der Teltowkanalaue für Naherholungsgäste noch zu steigern, wäre natürlich auch der Lückenschluss bis hin zum Potsdamer Griebnitzsee.

Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow gehören zu den prosperierenden Regionen Ostdeutschlands. Hier sollen sich in Zukunft mehr und mehr Familien zu Hause fühlen. So liegt die Bedeutung eines Naherholungsgebietes auf der Hand. Deshalb verbinde ich mit einem durchgängigen Grünzug für Freizeit und Sport, eines Wander- und Radwegesystems und der Anbindung zu nahe liegenden touristischen Zielen großartige Chancen für den regionalen Tourismus und damit auch für neue Arbeitsplätze. Es ist ein ehrgeiziges, aber sicher lohnenswertes Ziel für die Kommunen, hier ein gemeinsames Konzept für die Teltowkanalaue - als Regionalpark für Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow - zu entwickeln und auch umzusetzen.

Als Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises unterstütze ich deshalb das Projekt der Teltow-Kanalaue sehr gern, weil gerade diese weichen Standortfaktoren die Attraktivität der Region erheblich steigern können. Nicht zuletzt die neue S-Bahnanbindung von Teltow-Stadt an das Berliner S-Bahn-Netz und hoffentlich auch bald die Stammbahn, für dessen Wiedereinrichtung ich mich engagiere, werden zahlreiche Gäste ermuntern, die Kanalauelandschaft zu besuchen.

Zweifellos wird der Teltowkanal auch zukünftig für die gewerbliche Schifffahrt seine Bedeutung behalten. Das setzt einen behutsamen und bedarfsorientierten Ausbau der Schleuse Kleinmachnow voraus. Deshalb ist es gut, dass endlich vom überdimensionierten Ausbau der Schleuse abgerückt worden ist und die Planungen anhand aktueller Prognosen erneut überprüft werden. Nun geht es darum, zügig eine endgültige Entscheidung zu treffen, damit Planungssicherheit die Realisierung der Teltow-Kanalaue ermöglicht.

Auf jeden Fall freue ich mich darauf, mit den Bürgerinnen und Bürgern am 2. Juni gemeinsam das 100- jährige Bestehen des Teltowkanals zu feiern.

Herzlichen Glückwunsch Teltowkanal!

Andrea Wicklein
Mitglied des Deutschen Bundestages

17. Mai 2006

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Dr. Manfred Kühn Jörg Schönbohm