Wandeln auf der Borderline - 48 Stunden Neukölln
Flughafenkiez neue Kunstfiliale bei den 48 STUNDEN NEUKÖLLN
GRENZGÄNGE im Fluss lautet das Motto der sechsten Kunstfiliale, die sich bei den 48 Stunden Neukölln vom 23. bis 25. Juni erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Und um Grenzen geht es auch bei den mannigfaltigen Projekten, die, begleitet und koordiniert von dem saarländischen Künstler Martin Knerner, für die 48 Stunden und darüber hinaus konzipiert wurden. Grenzen sollen künstlerisch ausgelotet, verschoben und schlussendlich überwunden werden.
Wie bei allen Kunstfilialen – insgesamt sind in diesem Jahr sechs vertreten - steht auch im Flughafenkiez zwischen Hermann- und Karl-Marx-Straße der Netzwerkgedanke im Mittelpunkt der Bestrebungen, das Quartier mit Hilfe von Kunst und Kultur lebenswerter zu gestalten. Knerners Devise: Raus aus dem Schneckenhaus, rein ins Getümmel der vielfältigen Probleme und Potenziale des Nord-Neuköllner Kiezes. Indem die zahlreichen dort ansässigen Künstler verschiedener Herkunftskulturen und Generationen teilweise vorhandene Ansätze von Resignation und Rückzug überwinden, tragen sie durch Dialog und Austausch dazu bei, eine Kiezmentalität aufzubauen.
Dabei setzt Knerner besonders auf die Einbindung junger Künstler und den Dialog von Künstlern verschiedener Nationalitäten. Sein Ansatz ist weniger integrativ, er sieht die unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen eher als Bereicherung und Chance, eine neue kulturelle Identität im Sinne eines Schmelztiegels zu schaffen. Damit das gelingen kann, braucht es laut Knerner Optimismus, Neugier und den Mut, auch gegen Widerstände die oft rebellische Jugend mit ins Boot zu holen.
Deswegen ist er viel auf der Straße unterwegs. Eines seiner wichtigsten Projekte (in Zusammenarbeit mit Mediendesignerin Sabine Zeller) ist ein übergroßes, mobiles Buch, eine Art offene "Atelierbox“, mit der Jugendliche aktiviert und eingeladen werden, gemeinsam Kunst zu machen. Die Ergebnisse werden bei den 48 Stunden in der "Kunstvertretung“, dem zentralen Infopoint des Kiezes in der Boddinstraße 9, ausgestellt.
Ebenso interessant ist das "lebendige“ Leitsystem des Quartiers. Unter dem augenzwinkernden Titel "Ich zeig Dir!“ fungieren Jugendliche aus dem Kiez als Kunstführer. Bekleidet mit auffälligen grasgrünen T-Shirts werden sie als Grenzgänger und Multiscouts ihre Ortskenntnisse den Besuchern zu Nutze kommen lassen. Grün als Farbe der Hoffnung, dass bei so konstruktiven Aktivitäten so manche Abgrenzung im Kopf in Fluss geraten möge.
Das Pogramm im Flughafenkiez und das gesamte Programm der 48 Stunden Neukölln sind bereits jetzt unter www.48-stunden-neukoelln.de einsehbar.
Quelle:
Juliette Montier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
48 Stunden Neukölln
Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Karl-Marx-Str. 131
12043 Berlin
Tel. 030 / 6824 78-21
Fax 030 / 6824 78-11
www.48-stunden-neukoelln.de









