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100 Jahre Teltowkanal


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Parforceheide

Die Parforceheide ist eines der letzten größeren zusammenhängenden Waldgebiete im Großraum Berlin-Brandenburg und seit 1997 als „Landschaftsschutzgebiet Parforceheide" ausgewiesen. Das 2350 Hektar große Waldgebiet zwischen Teltowkanal, Stahnsdorfer Waldfriedhof und der Autobahn A115 ist eine wichtige klimatische Ausgleichsfläche im Süden des Ballungsraumes Berlin.

Zwischen 1724 und 1729 ließ Friedrich Wilhelm I. (1688-1740), der Soldatenkönig, ein Waldgebiet von rund einhundert Quadratkilometern einzäunen und in der Mitte einen 16armigen Schneisenstern abholzen, von dem aus schnurgerade doppelte Schneisen (Gestelle) in den Wald geschlagen wurden. Bis heute sind acht solcher Achsen erhalten geblieben, das „Breite Gestell" verläuft dabei genau in Nord-Süd-Richtung. Das Radialprinzip diente der damals weit verbreiteten Parforcejagd, bei der das Wild bis zur Erschöpfung gehetzt wurde. Nur der König hatte das Recht den Fangstoß zu setzen (par force - mit Gewalt). 1730-1732 wurde ein Jagdschloss im Stil eines holländischen Bürgerhauses gebaut, nicht etwa in die Mitte des Wegesterns, sondern in einen unscheinbaren Winkel, am Rande des Alleensystems. Nach Einstellung der Parforcejagden unter Friedrich dem Großen (1712-1786) und ihrer Wiederbelebung unter Friedrich Karl von Preußen (1828-1885) kam diese Jagdform zu Beginn des 20. Jahrhunderts endgültig zum erliegen.

Das Waldgebiet wurde durch den Bau der Berlin-Potsdamer Bahnstrecke 1838, der Wetzlarer Bahn 1879, des Teltowkanals 1900-1906 und der Anlage der weiträumigen Parklandschaft des Südwestkirchhofes Stahnsdorf 1909 beschnitten. Der Bau der A115 nahm auf die Parforceheide überhaupt keine Rücksicht und schnitt das Jagdschloss von seinen östlich gelegenen Jagdgebieten ab. Die Potsdamer Wohngebiete Stern, Drewitz und Kirchsteigfeld wurden mitsamt der Nuthe-Schnellstraße schließlich direkt in die Parforceheide hineingebaut. Dabei wurden die historischen Schneisen und Wege weitgehend ignoriert.

Durch den Raubbau während und nach dem Zweiten Weltkrieg und der folgenden Wiederaufforstung der Kahlflächen um 1950 besteht die Parforceheide heute aus einem relativ hohen Anteil aus Kiefer-Reinbeständen (80-90%). Durch die Erhaltung von Feuchtwiesen und der kleinen Restbestände wertvoller Bruch- und Auenwälder, durch Anlage von Benjeshecken, Erhöhung des Totholzanteils, sowie durch Renaturierung von Pfuhlen, Teichen und Gräben soll eine Annäherung an den ursprünglichen Kiefern-Eichen- Wald erreicht werden.

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Quelle

Landeshauptstadt Potsdam

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